„Mentalitäten im Fluss. Vorstellungswelten in modernen bio-kreislaufbasierten Gesellschaften (flumen)“
Das Projekt lief vom 1.3. 2019 bis zum 31. 7. 2025
Ziel des Vorhabens war es, mittels empirischer Sozialforschung erstmals ein umfassendes Bild der sozialen Auswirkungen des Übergangs von linearen, fossil geprägten Wirtschaften zu bio-basierten Kreislaufwirtschaften zu gewinnen. Im Mittelpunkt standen dabei Veränderungen von Mentalitäten – also alltagspraktisch verankerten Vorstellungswelten und Grundhaltungen – sowie der Sozialstruktur im Zuge bioökonomischer Transformationen.
Im Projekt wurde eine integrierte sozialwissenschaftliche Analyse bioökonomischer Transformation vorgenommen, die qualitative Fallstudien, repräsentative Befragungen, Erwerbsstrukturanalysen und historische Tiefenrekonstruktionen systematisch verbindet. Zentrale konzeptionelle Innovationen waren die Entwicklung des „Raums der sozialen Naturbeziehungen“ sowie einer relationalen Typologie von zehn sozial-ökologischen Mentalitäten, die in Deutschland zu drei größeren Spektren (ökosozial, konservativ-steigerungsorientiert, defensiv-reaktiv) gebündelt sind. Auf dieser Grundlage wurde ein „neuer sozial-ökologischer Klassenkonflikt“ diagnostiziert, der sich entlang von Verteilungs-, Status-, Technologie- und Wachstumsfragen entfaltet und die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Bioökonomie und postfossile Transformation strukturiert.
Die internationalen Fallstudien (Bioenergiedörfer in Deutschland, Olivenanbau in Spanien, Forst-Bioökonomie in Finnland, Subsistenzlandwirtschaft in Estland) zeigen, dass bioökonomische Entwicklungspfade tief in bestehende Macht-, Eigentums- und Ungleichheitsverhältnisse eingebettet sind und von heterogenen, teils konflikthaften Mentalitäten getragen werden. Quantitativ konnte zudem nachgewiesen werden, dass bioökonomische Beschäftigung überwiegend in niedrig qualifizierten, oft prekären Segmenten konzentriert ist, während politisch betonte Innovationsfelder nur einen kleinen Teil ausmachen. Historisch wurde herausgearbeitet, wie fossile Energieträger und Materialien (insbesondere Beton) spezifische Wachstums- und Fortschrittsimaginarien hervorgebracht haben, deren Überwindung Voraussetzung für postfossile Transformationen ist.
Die Ergebnisse wurden durch gezielte Publikationen, Medienbeiträge, öffentliche Vorträge sowie Workshops mit Akteur:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aktiv in gesellschaftliche Debatten um sozial-ökologische Transformation und Bioökonomie eingespeist und dort zur Diskussion gestellt.
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auch in unserem Flyer.
Das Projekt wurde im Programm „Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Für mögliche Fragen können Sie sich an Prof. Dr. Dennis Eversberg, Goethe-Universität Frankfurt wenden.
flumen aktiv

Konferenz
Linda von Faber beim Deutsch-Französischen Zukunftswerk | 20. Mai 2025

Runder Tisch
Jan-Ole Deitmer beim EC2U Think Tank zur „Stadt der Zukunft Jena“ | 03. Juli 2025

Konferenz
Jana Holz, Philip Koch und Martin Fritz auf der ISEE-Degrowth Konferenz 2025 in Oslo

Rezension
Fabian Rasem: „Mentale Untiefen“ | 27. Mai 2025

Call for Proposals:
Jana Holz im Redaktionsteam der Special Issue: “Forests and Care”

Coffee Talks Human-Forest-Relationships
Dr. Rebecca Banham: “Ontological security and forest experiences: ‘Giving language’ to human-forest connections in Tasmania, Australia” | 21. Mai 2025

Gastvortrag
Sakari Säynäjoki:
„Beyond Primary Energy Myopia“
| 01. April 2025

Konferenz
„A Climate of (De-)Civilization? Shifting Dynamics between Nature and Society“ | 12.-14. März 2025 an der
TU Dortmund

Coffee Talks Human-Forest-Relationships
Dr. Sebastian Garbe: “‘This is Nature Protecting itself’ – Forest Occupations Against Sand & Gravel Extraction in Germany” | 02. April 2025

Rezension
Christoph Weischer: „Von Klimawandel und Klassenfrage” | 26. Februar 2025

Coffee Talks Human-Forest-Relationships
Dr. Léa Lacan: „Forest Politics in Kenya’s Tugen Hills: Conservation Beyond Natural Resources in the Katimok Forest” | 26. Februar 2025

Beitrag
Prof. Dr. Dennis Eversberg, Dr. Matthias Schmelzer (2025): „Schuld sind die Ober- und die Mittelschicht“ | 20. Februar 2025

Interview
Prof. Dr. Dennis Eversberg im Interview mit 3sat:
„Ist die Klimakrise out“? | 17. Februar 2025

Interview
Prof. Dr. Dennis Eversberg im Interview mit der Süddeutschen Zeitung:
„Wir stecken in einem Dilemma“ | 06. Februar 2025

Artikel
Prof. Dr. Dennis Eversberg und flumen in DIE ZEIT: „Die Klimaretter in ihrer Blase.“ | 16. Januar 2024
Aktuelle Veröffentlichungen

Working Paper
Linda von Faber (2025): „Bioenergiedörfer als Wegbereiter in eine postfossile Zukunft? Ergebnisse einer Umfrage unter Bewohner:innen von Bioenergiedörfern“

Forschungsbericht
Judith Kiss (2025): „Mentalities Matter. Mentalitäten und ihre Bedeutung für eine gerechte und klimafreundliche Zukunft“

Studentischer Forschungsbericht
Nikolaus, Reschke, Sparsbrod, von Faber (2025): „Autofreie Innenstädte. Eine empirische Untersuchung zu gesellschaftlichen Einstellungen und Mentalitäten zu einer städtischen Mobilitätswende“


Zeitschriftenbeitrag
Dr. Martin Firtz (2025): „Welche Bioökonomie wollen wir? Sozial-ökologische Mentalitäten und Vorstellungen von Bioökonomie in der deutschen Bevölkerung“

Blogbeitrag
Dr. Martin Firtz, Linda von Faber (2025): „Abschied vom Klimaschutz?“ | 21. Februar 2025

Beitrag
Prof. Dr. Dennis Eversberg, Jana Holz (2024): „Zwischen Zumutung und Zuversicht -Transformation als gesellschaftliches Projekt“

Buchpublikation
Kajsa Emilsson, Martin Fritz, Roger Hildingsson, Håkan Johansson, Jamil Khan, and Max Koch (2024): „Pathways to Sustainable Welfare. Inertia, Emergence and Transformation in Swedish Cities“

Artikel
Linda von Faber, Martin Fritz, Dennis Eversberg (2024):
„Mentalitäten in der Energie- und Wärmewende: Eine vergleichende Untersuchung deutscher Bioenergiedörfer.“


Artikel
Kajsa Emilsson, Roger Hildingsson und Martin Fritz (2024): „The active, the sympathetic, and the reluctant: political action and eco-social attitudes among Swedish residents“

