„Die Vertretung ökologischer Interessen in der Sozialpolitik: Konflikt- oder Kooperationspotential in einer Transformation zur Nachhaltigkeit?“ – Neue Publikation von Martin Fritz et al.

Bohnenberger, Katharina / Fritz, Martin / Mundt, Ingmar / Riousset, Pauline (2021): Die Vertretung ökologischer Interessen in der Sozialpolitik: Konflikt- oder Kooperationspotential in einer Transformation zur Nachhaltigkeit?. In: Zeitschrift für Sozialreform 67/2, 89-121. https://doi.org/10.1515/zsr-2021-0004


Abstract

Zu einer vorbeugenden Sozialpolitik gehören ein Klima- und Umweltschutz, der umweltbedingte soziale Risiken vermeidet. Dieser Beitrag arbeitet in einer qualitativen Dokumentenanalyse heraus, in welchem Maße Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände in Deutschland zwischen 2012 und 2020 sozial-ökologische Ansätze aufgriffen haben. Der theoretische Rahmen basiert dabei auf einer bedürfnistheoretischen Perspektive und fünf interessensorientierten Erklärungsansätzen: 1) die Heterogenität der Interessen innerhalb und zwischen Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbänden, 2) das Auftreten neuer, globaler Umweltprobleme, 3) eine korporatistische Konfliktlösung durch Produktionswachstum; sowie zwei inhaltliche Verengungen: 4) die Fokussierung auf Erwerbsarbeit und Ausblendung des ökologischen Fußabdrucks von Arbeitsplätzen sowie 5) das Ignorieren des Einflusses aktueller Arbeitsbedingungen auf die Realisierbarkeit ökologischer Lebensweisen. Wir beobachten eine eingeschränkte, ambivalente, jedoch zunehmende Integration sozialökologischer Belange in den Aktivitäten der Interessenvertretungen, die sich in verschiedenen Themenbereichen strukturell unterscheidet. In einem Ausblick diskutieren wir drei mögliche Strategien für die Weiterentwicklung sozialpolitischer Interessenvertretungen angesichts zunehmender ökologischer Herausforderungen.


Auf Anfrage stellt Dr. Martin Fritz auch gern ein Preprint des Beitrags zur Verfügung.

Neuer Beitrag von Martin Fritz

Im Juli veröffentlichte das Forschungsjournal für Soziale Bewegungen einen Artikel von Martin Fritz und Katharina Bohnenberger unter dem Titel „Sozialpolitik for Future. Wie nachhaltige Sozialpolitik Klimagerechtigkeit schafft“.

Der Link zur Veröffentlichung findet sich hier: https://www.degruyter.com/view/journals/fjsb/33/1/article-p269.xml
(Hinweis: Bei Zugangsproblemen stellen wir interessierten LeserInnen gern ein pdf zur persönlichen Nutzung zur Verfügung)

Zusammenfassung

Klimagerechtigkeit heißt, den Umgang mit den Ursachen, Folgen und Kosten des menschengemachten Klimawandels zu regeln, ohne dabei bestimmte soziale Gruppen zu benachteiligen. Dazu gibt es Vorstellungen von einer gerechten Verteilung und Prinzipien für das richtige Handeln. Aber wie lässt sich Klimagerechtigkeit mit konkreten politischen Maßnahmen erreichen? In diesem Beitrag argumentieren wir, dass eine nachhaltige Sozialpolitik, in der soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zusammengebracht werden, die dazu nötigen vielfältigen sozialökologischen Maßnahmen und Instrumente zur Verfügung stellt. Wir zeichnen zunächst kurz die Entstehung der Klimagerechtigkeitsbewegung im Kontext der globalen Umweltpolitik nach und diskutieren die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Konzept der nachhaltigen Sozialpolitik. Anschließend unterbreiten wir Vorschläge, wie z. B. durch die Einführung einer sozialökologischen Steuerreform, von Klimasozialversicherungen und anderen Instrumenten nachhaltige Sozialpolitik in der Praxis gestaltet werden kann.

Neuer Artikel von Lilian Pungas

Zusammenfassung

The doughnut model provides a base for guiding strategies for urgent and radical socio-metabolic transformation that human communities must put into practice to achieve global just sustainability. It visually quantifies existing social reproduction deviations in the chosen units (nations, regions) from the abstract safe and just operating space. This space is defined by boundaries and thresholds of biophysical, socioeconomic, and cultural downscaled and normalized indicator values; based on a principle-theory paradigm of realistically sustainable flourishing of people and planet.

Zum Artikel https://doi.org/10.1016/B978-0-12-409548-9.12143-8

Neuer Artikel von Matthias Schmelzer

Matthias Schmelzer hat gemeinsam mit Elena Hofferberth (Leeds) einen Artikel in der Politischen Ökologie veröffentlicht unter dem Titel „Gekoppelt wird ein Schuh draus: Green New Deal versus Degrowth”

Den Artikel finden Sie hier.

Neuer Artikel: Public Support for Sustainable Welfare Compared: Links between Attitudes towards Climate and Welfare Policies

Im August ist der von Martin Fritz gemeinsam mit Max Koch von der Universität Lund, Schweden, verfasste Artikel in der Zeitschrift Sustainability erschienen. Er ist Teil des Sonderheftes ‚Sustainable Welfare beyond Growth‘ und beschäftigt sich mit der empirischen Analyse von Einstellungen zu verschiedenen Klima- und Sozialpolitiken. Die beiden Autoren gehen der Frage nach, welche Personen, sozialen Gruppen und Länder in Europa soziale und ökologische Ziele gleichermaßen befürworten oder ablehnen und können auf diese Weise ein erstes Bild sozialökologischer Mentalitäten in Euroa zeichnen. Die Ergebnisse und der komplette Artikel sind hier frei zugänglich im open access.

Neuer Artikel: Food self-provisioning as an answer to the metabolic rift: The case of ‘Dacha Resilience’ in Estonia von Lilian Pungas

Neuer Artikel: Food self-provisioning as an answer to the metabolic rift: The case of ‘Dacha Resilience’ in Estonia

Im April erschien ein Artikel von Lilian Pungas in einem Journal (The Journal of Rural Studies), in dem sie die Semisubsistenzlandwirtschaft in Osteuropa (am Beispiel Estlands) als eine Alternative für eine Suffizienz-orientierte nachhaltige Landwirtschaft diskutiert hat. 

Der Artikel ist hier zu finden.